Ein wichtiger Grundsatz ist Hilfe zur Selbsthilfe der Geflüchteten. Menschen mit einer Flucht- oder Migrationsbiografie sind Teil unserer Gesellschaft - sei es in Schulen, in und vielfältigen gemeinnützigen Angeboten, in Unternehmen, als Nachbarn. Diese dynamische interkulturelle Öffnung unserer Gesellschaft verstehen wir als einen zweiseitigen Prozess und möchten diesen proaktiv begleiten. Die gemeinwohlorientierten Einrichtungen unterstützen wir als Partner durch die Vermittlung von Ehrenamtlichen und interessierten Teilnehmenden ihrer Angebote.

Durch niederschwellige Verweisberatungen ist es uns ein besonderes Anliegen Neu-Leipziger_innen und in unterschiedliche und auf sie zugeschnittene Angebote im Stadtgebiet zu vermitteln. Dabei wollen wir vor allem auch Bewohner_innen von Gemeinschaftsunterkünften Ankommensorte aufzeigen. Gleichzeitig reagieren wir zum Teil kurzfristig auf wahrgenommene/ uns kommunizierte Bedarfe von Neu-Leipziger_innen mit einer Migrationsbiografie. Mithilfe von Aktiven und schaffen wir hierfür gemeinsam bedarfsorientiert kleinteilige und/ oder regelmäßige Projekte in unseren Vereinsräumen und darüber hinaus.

Außerdem vermitteln wir bedarfs- und interessenorientiert Freiwillige im Stadtgebiet Ost/ Südost. Hierbei besteht kein Anspruch auf eine Vermittlung. Wenn es zum Einsatz eines Interessierten kommt, übernehmen wir die Verwaltung - wie die Beschaffung des Fürhungszeugnisses oder die Übernahme der Haft- und Unfallversicherung durch den MÜHLSTRASSE 14 e.V. - und die Betreuung des ehrenamtlichen Helfers. In möglichst enger und direkter Absprache mit Ihnen wollen wir Ihre bereits bestehende gemeinnützige Arbeit im integrativen Bereich stärken.

Blick aus unserem Aktionszelt beim Brückenfest 2017 auf der Sachsenbrücke | Clara-Zetkin-Park

Wollen auch Sie mit uns kooperieren?

Wir sind offen für neue Kooperationen! Bei verschiedenen Vernetzungstreffen oder interkulturellen Aktionen und Veranstaltungen können Sie uns und unser Angebot kennen lernen. Unsere geplanten und regelmäßigen Angebote variieren bedarfsorientiert und der persönliche Kontakt ist sicher der beste. Wir besuchen Sie gerne oder wirken bei einer interkulturellen Aktion mit, um unsere Angebote vorzustellen.

Gerne nehmen wir Ihre Bedarfe von ehrenamtlichen Hilfeleistungen auch in einem persönlichen Gespräch auf. Sie können gerne mit uns via E-Mail oder Telefon Kontakt aufnehmen und wir klären ein mögliches gemeinsames Vorgehen. Wenn wir uns bereits persönlich kennen, sind wir auf den kurzen Kommunikationswegen schnell erreichbar, schauen gerne unkompliziert was und wie wir mithilfe unseres Netzwerkes unterstützen können!

Unsere Partner_innen und Kooperationen

Die Zusammenarbeit und der Austausch mit Mitarbeiter_innen von Gemeinschaftunterkünften des zentralen Wohnens für Asylsuchende, Bildungseinrichtungen und gemeinnützigen Einrichtungen sind eine wichtige Grundlage für unsere Projekt- und Ehrenamtskoordination Unterwegs und angekommen im integrativen Bereich.

Die Mitarbeiter_innen von Gemeinschaftsunterkünfte im Stadtgebiet sind wichtige Ansprech- und Kooperationspartner_innen für Unterwegs und angekommen. Hierzu gehören unter anderem eine Zweigstelle des Pandechaion-Herberge e.V., welche in der unmittelbaren Nähe unseres Soziokulturellen Zentrums liegt. Die Arbeit von derJohanniter Unfallhilfe unterstützten wir an dem Standort "An den Tierkliniken". Und drüber hinaus arbeiten wir mit einer Unterkunft des Deutsches Rotes Kreuz in Stötteritz enger zusammen.

Viele Bildungseinrichtungen im Stadtgebiet beschulen seit langem sensibel eine Schülergemeinschaft, in der circa 60 Prozent der Kinder einen Migrations- und/ oder Fluchthintergrund besitzen. Eine Reaktion darauf sind spezielle Klassen, in denen Kindern Deutsch als Zweitsprache (DaZ) lernen. Vor allem die ehrenamtliche Begleitung dieser Klassen, die Überführung der Kinder in die sogenannten Regelklassen, aber auch die Hortarbeit oder andere Bedarfe rund um die DaZ-Klassen und ihre Schüler_innen unterstützen wir. Hierfür arbeiten wir unter anderem mit dem Förderverein der Wilhelm-Wander-Grundschule, dem Lehrer- und Hort-Kollegium der Wilhelm-Busch-Grundschule und der August-Bebel-Grundschule zusammen.

Gemeinnützige Einrichtungen im Stadtgebiet Ost/ Südost unterstützen wir durch die Vermittlung von Freiwilligen sowie anderen Teilnehmer_innen. Hierzu gehören unter anderem das Projekt Frauen in Arbeit (FiA) vom Frauenkultur Leipzig e.V., das Stadtteilprojekt Dresdner59 oder der Querbeet Leipzig e.V.. Dabei zeigt unser Film "Engagiert - Für und mit den Nachbarn", entstanden in einem medienpädagogischen Workshop im Herbst 2017, noch viele weitere Partner_innen, die seit längerem eine sehr wichtige und gute Arbeit machen! DANKE AN EUCH!

Unternehmen sprechen wir zur Unterstützung von speziellen Projekten gerne an! Und haben in den letzen Jahren viele positive Erfahrungen machen können. Über die Materialspenden einer Malerfirma für das Verschönerungsvorhaben "Wir machen DaZ bunt!" (2016), die Unterfütterung unser Arbeit mit einem Smartphone durch EEX (2017) sowie die Bestückung unserer thematischen Bücherkiste durch Buchverlage wie den dtv, dumont oder den Peter Hammer Verlag (2018) freuten wir uns sehr. Dabei sind diese Spenden mehr als nur eine materielle Unterstützung, denn sie zeigen uns aus einer anderen Perspektive, dass unsere Arbeit als sinnvoll und unterstützenswert geachtet wird.

Unser Team

Das binationale Team von Unterwegs und angekommen vermittelt zwischen den Bedarfen des Stadtgebiet Leipzig Ost/Südost. Die Mitarbeiter_innen der Koordinierungsstelle finden gemeinsam mit Interessierten und in Absprache mit den Mitarbeiter_innen der kooperierenden Einrichtungen passende Engagementfelder für alle Beteiligten!

Von Montag bis Donnerstag zwischen 9 und 14 Uhr sind unserer Mitarbeiter_innen in ihrem Büro im Dachgeschoss des Mühlstrasse 14 e.V. anzutreffen. Gerne nehmen sie sich Zeit für Dich. Eine kurze Voranmeldung Deines Besuchs ist sinnvoll.

Luise Schöpflin

Projektleiterin der Ehrenamtskoordination Unterwegs und angekommen. In Deutschland ausgebildete Ethnologin (M.A.). Ausgehend von den Erfahrungen mit dem Europäischen Freiwilligendienst diverse ehrenamtliche Engagementerfahrungen. Gegenwärtig Mitwirkung im LebenLernenLeipzig e.V. und Querbeet Leipzig e.V..

Sie spricht Deutsch, Englisch und Portugiesisch.

Kontaktmail: integration[at]muehlstrasse.de


Wael Alhamed

Projektmitarbeiter in der Ehrenamtskoordination Unterwegs und angekommen. In Syrien ausgebildeter Jurist. Lebt seit 10/2015 in Deutschland. Engagementerfahrungen in Syrien z.B. beim Rotem Kreuz und einem Tierschutzverband. Seit 2016 bei interaction Leipzig e.V. aktiv.

Er spricht Arabisch, Deutsch und Englisch.

Kontaktmail: W.Alhamed[at]muehlstrasse.de



Warum ein Projekt- und Ehrenamtskoordination für den integrativen Bereich? Der Träger MÜHLSTRASSE 14 e.V. stellt sich und das Projekt vor

Die MÜHLSTRASSE 14 ist ein soziokulturelles Zentrum im Leipziger Osten und der Träger des Projekts. Als eine gemeinnützig tätige Organisation, die jedem Menschen offen steht, unabhängig von Alter, sozialer Herkunft oder Nationalität, und als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe, bereichert die MÜHLSTRASSE 14 die kulturellen und sozialen Lebensbedingungen im Stadtteil seit 1994. Ausgangspunkt der Arbeit des Zentrums sind die konkreten Lebensbezüge ihrer Besucher_innen, ihre Interessen und Bedürfnisse sowie Kompetenzen und Ressourcen. Mit vielfältigen generationsübergreifenden Angeboten ist die MÜHLSTRASSE 14 zu einem wichtigen Alltagsbegleiter seiner Besucher_innen geworden.

Als langjähriger, gut vernetzter Stadtteilakteur und Träger von Projekten verfügt der MÜHLSTRASSE 14 e.V. über praxisnahe Erfahrungen und setzt sich mit Impulsen für Neues ein. Neue Bedarfe wurden vor allem von den Mitarbeiter_innen einer nahegelegenen Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende hinsichtlich des ehrenamtlichen Engagements im integrativen Bereich formuliert. Im „Sommer der Migration 2015“ gab es ein breites teilweise unabgestimmtes Engagement in der Flüchtlingshilfe in unserem Stadtraum und es fehlt(e) an Begegnungsangeboten im Stadtgebiet. Gleichzeitig zeigte sich ein Vakuum bei Beratungen, Vernetzungen und Anerkennung der Tätigkeiten der Ehrenamtlichen. Auf diese Leerstelle reagierend, wurde das Projekt Unterwegs und angekommen – Ein Netzwerkprojekt für gute Nachbarschaften im September 2015 entwickelt und nahm im Juni 2017 die Arbeit auf.

Mit der Projekt- und Ehrenamtskoordination Unterwegs und angekommen fördert die MÜHLSTRASSE 14 auf Stadtteilebene durch Begegnung das selbstverständliche und friedliche Zusammenleben zwischen den Menschen. Darüber hinaus ermöglicht das Projekt Migrant_innen den Zugang zu Räumen und Orten des Stadtteils für soziale und kulturelle Teilhabe. Dies findet durch kleinteilige Projektmodule statt.

Unbeabsichtig wurde der erste Projektname zum Namen der Koordinierungsstelle. Durch bereits zwei bewilligte Folgeantrage durch die Sächsische Aufbaubank, welche die Mittel aus der Richtlinie Integrative Maßnahmen verwaltet, bauten wir unsere Arbeit weiter aus. Bedarfsorientiert reagieren wir auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Akteuere im integrativen Bereich. Engagement- und demokratiefördernde Strukturen bzw. Einrichtungen werden durch die Vermittlung und Betreuung von Ehrenamtlichen durch die Koordinierungsstelle in ihrer Arbeit unterstützt. Außerdem ermöglichen wir kleinteilige und/oder regelmäßige Projekt- und Unterstützerangebote mithilfe von Aktiven.

Im Jahr 2017 sensibilisierten wir mit dem Projekt Vieles ist machbar, lieber Nachbar ! – Ein Netzwerkprojekt für interkulturelles Engagement insbesondere Menschen mit einer Flucht- oder Migrationsbiografie für das Ehrenamt im Stadtgebiet Ost und Südost. Ein wichtige Bestandteil des Projekts war das kreative Begegnungsangebot für Kinder Die Kunst-Koffer kommen.

Im Jahr 2018 nehmen wir uns mit dem Projekt angekommen³ – interkulturell.engagiert.mittendrin. der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalt von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund durch gemeinsam ehrenamtlich durchgeführte Projekte im Bereich der Flüchtlingshilfe an. Dabei sensibilsieren und qualifizieren wir Bürger_innen beispielsweise durch das ParkOffice im direkten Sozialraum und ermöglichen einen barrierefreie Schnittstelle zwischen Aktiven, Geflüchteten, Bürger_innen sowie Mitarbeiter_innen von kooperierenden Vereinen. Wir verstehen und kommunizieren das **Ehrenamt als ein mögliche Brücke in das Arbeitsleben.

Planungen für das Jahr 2019 laufen bereits jetzt. Denn der nächste Projektantrag soll und wird schon im September den entsprechenden Mitentscheider_innen/ Mitarbeiter_innen verschiedener kommunaler Ämter, des Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz sowie der Sächsischen Aufbaubank vorliegen. Sie entscheiden gemeinsam über eine Weiterbewilligung und somit Fortführung unser Arbeit für und mit einer transkulturellen Nachbarschaft.